Gemeindefahrten

Gemeindefahrt ins Veneto vom 09. – 19.10.2025

Die Gemeindefahrt der Passionskirche ins Veneto im Oktober 2025.
Ein Rückblick in Gedichtform von Ingrid Hecker.

Donnerstag, 09.10.2025 

Wir fahren los bei Nieselregen,
das Veneto ist unser Ziel,
nah bei der Adria gelegen.
Der Himmel gebe seinen Segen,
daß wieder alles gutgeh’n will.

Am Brenner bildet sich ein Stau,
ein Teil der Autobahn ist im Bau.
Eine Miniwalze planiert den Asphalt,
das amüsiert uns beim Aufenthalt.

Gernot nutzt die Gelegenheit,
launige Texte loszuwerden.
Robert droht, wer den Zustand beklatscht,
wird hinterher von ihm abgewatscht.
Wir haben dadurch reichlich Zeit,
uns zu ärgern oder zu erden.

Kloster Neustift hat eine lange Geschichte,
sie geht zurück bis ins Mittelalter.
Daran beteiligt waren viele Gestalter:
Maler, Bildhauer, Stukkateure.
In der Sonne mildem Nachmittagslichte
herrscht eine bezaubernde Atmosphäre.

Wir teilen die Fahrt in gewohnter Weise,
in Rovereto ist Zwischenstation.
Ein wenig kennen die Stadt wir schon,
gleichwohl verdient sie mehr Aufmerksamkeit.
In österreichisch – italienischem Stile
stehen Häuser aus alter Zeit
verwinkelt aneinandergereiht,
was dem Stadtbild eine Dynamik verleiht.
Bars und Lokale gibt es viele.

Im Hotel Rovereto sind wir zu Gast,
einem stilvollen Haus, einem kleinen Palast.

Und so, wie wir es früher schon machten,
wollen wir hier einmal übernachten
und dann fortfahren mit unserer Reise.

Freitag, 10.10.2025

Wir wandeln zunächst auf Goethes Spur,
der auf einer Italien-Tour
den direkten Weg nach Verona mied
und sich für einen Umweg entschied.

Zum Gardasee gelangte er dann,
dessen Ostufer steuern auch wir heute an.
Es lohnt, sich diesen Exkurs zu gönnen,
wer noch müde ist, kann später pennen.

Der Lago di Loppio ist diesmal gefüllt
mit Wasser, das seine Bepflanzung umhüllt.
Das ist ein selten zu sehendes Bild.
Doch auch trocken wirkt er urig und wild.

Wir passieren das letzte Bergmassiv,
das uns noch trennte vom wahren Süden,
dann liegt plötzlich der Gardasee da.
Mit unserm begeistert gejubelten „Ahh!“
ist Gernot, wie immer, unzufrieden.
Es ist ihm zu wenig intensiv;
die nötige Inbrunst ist uns nicht beschieden.

Soave ist berühmt für Wein,
in der Altstadt kehren wir mittags ein.
Das Café Monica ist ein einfaches Haus,
zeichnet sich durch herzliche Gastfreundschaft aus.
Kleine Tische, Stühle, Gerichte und Preise
laden ein auf spezielle Weise.

Nach dem Essen steigen wir auf zum Castell,
genießen den Blick in die Landschaft hinaus.
Unzählbare Eidechsen flitzen blitzschnell
in die Gemäuer und wieder heraus.

Auf der Hauptstraße baut man Stände auf
für Nougat- und Pralinenverkauf.
Man feiert ein Schokoladenfest,
bei dem man es sich gutgehen lässt. 

In Montegrotto liegt unser Luxushotel,
„Des Bains“ ist sein Titel: nomen est omen.
Die Colli Eugánei sind von hier aus zu sehen,
die die Stadt mit reichlich Thermalwasser speisen.
Alle Menschen, die hierher verreisen,
egal, mit welchen Leiden sie kommen,
können hier nutzbringend baden gehen.

Der Balkon gewährt Aussicht auf südliche Pflanzen,
er ist bevölkert von Dutzenden Wanzen.

Samstag, 11.10.2025

Robert eröffnet uns morgens beklommen,
neben Wienern und Debreczinern
habe er Weißwurst an Bord genommen,
aus Versehen, beim Beladen des Busses zu Haus.

Beim Picknick stellte sich heraus,
die Weißwurst war als erste aus.
Sogar Senf der Geschmacksrichtung „mittelscharf“
passte dazu bei diesem Bedarf.
Aus solcher Erfahrung zieh’n wir den Schluß,
daß Weißwurst ab jetzt im Vorrat sein muß.

Der Alterssitz des Dichters Petrarca
war seine Villa im Städtchen Arquá.
Laura, der er immer ergeben,
war die Liebe in seinem Leben.

Das Haus ließen mehrmals umgestalten
die, die es nach ihm haben besessen.
Sie haben es nicht nur baulich verändert;
die Wände wurden mit Fresken verziert,
die Petrarca und Laura zeigen,
und mit gemalten Granatapfelzweigen,
mit runden Linien sorgsam gerändert.

Sein Klappstuhl wird in Ehren gehalten,
auf dem man ihn leblos aufgefunden.
Seine Katze, hinter Glas und mumifiziert,
dreht auch schon längst nicht mehr ihre Runden.

Ein Museum für Archäologie,
Fossilienfunde und Industrie
wurde bei Cinto zusammengetragen.

Um in den Euganeen Kalk zu gewinnen,
nutzte man Werkzeug, Loren und Schienen,
Öfen, die noch in die Höhe ragen,
und jetzt stillgelegt verrosten.

Wer funkelnde Mineralien liebt
aus aller Welt, die zu sehen es gibt,
kommt hier ebenfalls auf seine Kosten.

In Vò Vecchio, an einem Herrenhaus -
es steht leer und sieht verkommen aus -
ist eine Tafel angebracht,
auf der daran erinnert wird,
daß durch deutsche finstere Macht
Juden, manche mit deutschen Namen,
von hier nach Theresienstadt deportiert,
niemals wieder nach Hause kamen.

Es ist 18:00 Uhr, drei Glocken schwingen
aus dem Kirchturm nebenan,
bewegt von großen Eisenringen.
Im Abstand von je einem Ganzton sie klingen,
umfassend eine große Terz.
Wie schön, daß man das einmal sehen kann,
und wie ein blechern klingendes Dorfgeläut
das Gehör erfreut
und öffnet das Herz.

Sonntag, 12.10.2025

Heute ist Tag der venezianischen Villen,
die Andrea Palladio gebaut.
Sein Künstlername ist das nur.
Er hieß di Pietro della Gondola,
doch Giangiorgio Trissino,
der dessen Talent für Baukunst erkannt,
entschied, daß jener nun hieße so,
nach Pallas Athene in Griechenland.

Wir brechen auf zu unseren Zielen,
zur Villa Poiana in Poiana Maggiore
und zur Villa Badoer in Fratta Polesine.

Unterwegs rasten wir in Noventa Vincentina,
dort ist Markt mit einem Fest,
das keine Wünsche offenlässt:
wo sie für uns Maroni grillen;
es gibt Frisches aller Arten,
und mit Getrocknetem, Gegarten
kann man seinen Vorrat füllen.

Palladio erkannte, daß Architekten
viel früherer Zeiten etwas entdeckten,
das ihm überzeugend und zwingend erschien;
es galt ihm wie Naturgesetze
und wurde seine Philosophie:
er achtete auf Symmetrie,
Proportionen und Funktion.

Den klassischen Dreiecksgiebel vorm Haus
auf Säulen führte er oftmals aus.
Die Häuser selbst, in Quaderform,
standen meist ein wenig erhöht,
so waren sie vor Hochwasser besser geschützt.

Mit Zierrat ging er sparsam um:
keine Kuppeln und Figuren,
sondern das, was praktisch nützt,
und für das Mütchen seiner Kunden
die Treppe, die die Herrschaft stützt.

So baute Palladio Haus um Haus
für venezianische Patrizierfamilien,
die über Kanäle von Venedig aus
direkt dorthin Zuflucht suchten,
weil sie den städtischen Trubel verfluchten.

Sie genossen das landwirtschaftliche Treiben
samt den Geräuschen, die dabei entstehen.
Wer wollte da in Venedig bleiben,
statt solchen Freuden entgegenzusehen?

Montag, 13.10.2025

Heute ist der Ruhetag,
wie es ihn gibt während all‘ unserer Fahrten.
Wir besuchen bei Valsanzibio einen Garten;
eigentlich ist es eher ein Park.

Zuane Francesco Barbarigo,
ein venezianischer Patrizier,
gab 1631 dem Himmel sein Versprechen,
er werde einen Garten stiften,
sollten er und die Seinen die Pest überstehen.

Der Himmel ließ sich das nicht entgehen,
ließ die Pest Barbarigo nicht vergiften,
sondern ließ alles nach dessen Wunsch geschehen.

Mehr als zehn Hektar groß sind die Flächen,
auf denen sich die Gärten ausdehnen.
Der Buchsbaum ist besonders vertreten,
daraus gibt es ein ganzes Labyrinth.
Eiben, Hainbuchen, Magnolien, Zedern,
manche fast dreihundert Jahre alt,
gedeihen in diesem Zauberwald.

Als exotische Bäume von Übersee
viele Wochen per Schiff auf dem Wege waren,
brauchten sie frisches Wasser an Bord.
Manch‘ Seemann hat dafür Durst gelitten,
die Bäume sind dennoch zum Teil verdorrt.

Bäche, Teiche, Wasserspiele,
allegorische Figuren
laden ein zur Innenschau.
Auf einer Insel, von Wasser umringt,
leben Kaninchen, Bau an Bau.
Sie verkörpern die Vergänglichkeit.
Nebenan steht das Monument der Zeit,
trägt außer der Last der Endlichkeit
Flügel als Ausblick auf die Ewigkeit.

Neben des Gartens barocker Gestalt
stellte sich wildes Leben hier ein.
Eidechsen, Vögel, Insektenarten,
Moose, Pilze leben geschützt,
bringen Harmonie und Natürlichkeit ein.

Dienstag, 14.10.2025

Francesco Duodo fungierte in Rom
als Diplomat, der Venedig vertrat.
Er baute gute Kontakte auf
zu Kurie und Papst im Zeitverlauf.

Duodo konnte dadurch erreichen,
in Monselice eine Villa bauen zu dürfen.
Ein Nonnenkloster musste dafür weichen.
Nur die Sankt-Georgs-Klosterkapelle
blieb bis heute an ihrer Stelle.

Am Weg aus der Stadt zu Villa hinauf
stehen sechs weitere Kapellen.
Als Ensemble repräsentieren sie
die sieben Basiliken von Rom.

Absolvierten sündenbeladene Leute,
die ihr Tun oder Lassen reute,
diesen befreienden Sühneweg,
konnten sie Sündenerlass erreichen.

Duodo war durchaus religiös,
weshalb der Papst ihm generös
kostbare Reliquien anvertraute,
mit denen jener in der Sankt-Georgs-Kapelle
eine bedeutende Sammlung aufbaute.

Montagnana pflegt eine Spezialität,
die Sorgfalt und Geduld verrät.
Nach alten Rezepten wird Schinken bereitet,
gesalzen, getrocknet, aufmerksam begleitet.
Nach bis zu zwei Jahren Reifezeit
ist der Schinken genußbereit.

Santa Maria von Carceri,
eine Abtei, mehr als tausend Jahre alt,
hat eine wechselvolle Geschichte
und änderte mehrmals ihre Gestalt.

Es gab bedeutende Blütezeiten,
religiös, wirtschaftlich, kulturell;
sie wechselten ab mit Niedergang
durch Naturkatastrophen, Seuchen, Not.
Der Verfall erfolgte mitunter schnell.
Für Freunde der Baukunst ist das Gebäude
noch immer sehenswert und eine Freude.

Este ist die älteste Stadt,
die Venetien heute noch hat.
Zuerst eine Siedlung der Eisenzeit,
blühte sie auf in der Römerzeit.
Dann kam es zur Plünderung durch Barbaren,
auch die Etsch veränderte ihren Lauf;
damit hörte die Blütezeit auf.

Mittwoch, 15.10.2025

Der Brentakanal wurde angelegt,
daß zwischen Venedig und Padua
man hin und her sich zu Wasser bewegt.
Wie entlang vieler bedeutender Straßen,
hat man gern sich dort niedergelassen.
Deshalb stehen dort Häuser und Villen
in großer Zahl und vielerlei Stilen.

Antonius wuchs in Portugal auf,
wurde mit fünfzehn zunächst Augustiner.
Weitere zehn Jahre danach
nahm Franz von Assisi als Mönch ihn auf.
Antonius, dessen Redekunst bestach,
hielt sich fortan in Italien auf.
Dem Prediger, so geh’n die Legenden,
hörten aber die Menschen nicht zu.
So wandte er sich von ihnen ab
und predigte einer Gruppe von Fischen,
die ihn zuhörend aus dem Wasser beäugte.
Es heißt, daß er damit das Volk überzeugte.

Antonius, der 1231 verstarb,
wurde bald darauf heiliggesprochen.
Eine Kirche in Padua ist ihm geweiht,
in dieser befindet sich auch sein Grab.

Menschen stehen dort eingereiht,
um sich an Antonius zu wenden,
weil sie etwas verloren haben
oder sonst etwas sie belastet,
oder sie bitten um Verzeihen,
wofür viele bereitwillig spenden.

Giotto stand als Freskenmaler
zwischen Mittelalter und Renaissance.
Er war Pionier der Perspektive
und damit seiner Zeit voraus.

Er malte die Scrovegni-Kapelle
mit Bibelszenen und Heiligen aus.
Die Kapelle birgt einen seltenen Schatz,
denn vieles von Giotto ist nicht mehr erhalten
oder wurde nicht sicher von ihm gemacht.
Deshalb wird die Kapelle streng bewacht,
die Luft gefiltert, klimatisiert,
damit die Nachwelt die Kostbarkeit nicht verliert.

Donnerstag, 16.10.2025

1471 wurde Markgraf Borso d‘ Este
vom Papst zum Herzog von Ferrara ernannt.
Von einigen der besten Maler im Land
ließ Borso den Palazzo Schifanoia gestalten.

Im Salone dei Mesi wurden die Wände
mit einem Freskenzyklus versehen,
der die zwölf Monate thematisiert.
Sieben der Kunstwerke sind noch erhalten,
um Oktober bis Februar ist es geschehen,
März bis September sind noch zu sehen,
die jeweils aus drei Teilen bestehen.

Der untere Teil zeigt das höfische Leben,
wie Borso durch die Arbeit seiner Hände
rühmlich und ehrbar das Volk regiert.

Das mittlere Feld zeigt das Tierkreiszeichen,
durch das in dem Monat die Sonne zieht.

Darüber wird je eine Gottheit hofiert,
die im Prunkwagen auftritt und dominiert.

In Comacchio gab es ein Wiedersehen
mit den Brücken, die unbeirrt immer noch stehen.
Aus gemauertem Ziegelstein
laden sie zum Bummeln ein.

Die am besten bekannte wird Trepponti genannt,
die mehrere Kanalarme überspannt.
Das tut sie seit bald vierhundert Jahren
mit fünf Rampen, zwei Türmen und Pfeilerpaaren.

In der Nebensaison ist es still in der Stadt,
die im Sommer Scharen von Gästen hat.

Freitag, 17.10.2025

Das Po-Delta wollen wir heute erkunden
auf Dämmen, Deichen und Küstenstraßen,
die langgezogene Bucht umrunden,
in der Porto Tolle der Hauptort ist.

In Ufernähe stehen im Wasser
Holzgestelle für Muschelzucht,
von Fischern in den Boden gelassen.

An Hütten, die auf Pfählen stehen,
sind ihre hölzernen Boote vertäut.
In der Ferne ist Venedig zu sehen;
bald erkennt man das Ende der Bucht,
an dem es hinausgeht aufs offene Meer.

Im sechsten Jahrhundert wurde errichtet
Pomposa, eine Benediktinerabtei.
Das Ziegelgemäuer, sorgsam geschichtet,
hält großenteils immer noch einwandfrei.

Die Bruderschaft, die sich fleißig mühte,
brachte die Abtei zu hoher Blüte.
Bedeutende Geistliche kamen herbei,
Guido d‘ Arezzo war einer von ihnen,
der hier die Notenschrift konnte ersinnen,
wie sie noch heute gebräuchlich ist.

Auf der Höhe geistlicher und weltlicher Macht,
zu der die Abtei es hatte gebracht,
kam es zu einem Dammbruch des Po.
Die Ländereien des Klosters wurden bedeckt
von einer Schicht aus Moor, und so
wurde die Arbeit der Mönche vernichtet.
In der Folge brach die Malaria aus,
und immer mehr Mönche verließen ihr Haus.

Das Kloster wurde neu ausgerichtet,
zunächst zu einer kleinen Pfarrei.
Erst ab Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts
wurde das, was noch existiert,
in kleinen Schritten restauriert:
ein bedeutender Teil von den Klostersälen,
Glockenturm und Justizpalast,
vom Kreuzgang noch ein Bogenfragment,
die Kirche mit gut erhaltenen Fresken,
die Geschichten aus der Bibel erzählen,
aus dem Alten und dem Neuen Testament.


Samstag, 18.10.2025

Heute verehren wir nicht die Kultur,
sondern genießen mehr die Natur.
In Rosapineta fangen wir an,
an die Adriaküste fahren wir heran.

Dabei kommen wir an einen Kreisverkehr,
mit größerem Durchmesser angelegt,
für Oktoberfestrunden gerade recht.
Robert links herum den Bus bewegt,
er opfert sich selbstlos, es wird ihm schlecht,
er verträgt die Fliehkräfte einfach nicht mehr.

Vor Rosapineta erstreckt sich ein Strand
mit lauter feinem, grauen Sand.
Die Badegäste sind verschwunden,
einzelne Menschen gehen mit Hunden.

Die Küste ist für den Winter bereitet,
mit schwarzen Sandsäcken stabilisiert,
falls die Meereshöhe die Norm überschreitet,
daß mit der Bebauung nichts passiert.

In einem Strandlokal haben wir mittags gespeist,
sind dann nach Chioggia weitergereist.
Zwischen Rosapineta im Süden und Venedig im Norden
lässt sich die Hafenstadt verorten.

Sie ist längs durchzogen von Wasserstraßen,
gesäumt von bunten Booten und Schiffen,
und quer von zahlreichen kleinen Gassen,
die junge Menschen im Laufschritt durchmaßen,
die wohl eine Orientierungstour liefen.

Wir bekamen einigen Lärm in die Ohren,
es roch nach Abgas von Zweitaktmotoren,
nach faulen Eiern und Benzin,
auch das gehörte eben hierhin.
Vom malerischen Charakter der Stadt
ging in diesem Wirbel ein wenig verloren.

Sonntag, 19.10.2025

Früh morgens, bei Ende der Dunkelheit,
machen wir uns zur Heimfahrt bereit.
Bei Verona ist die Autobahn dicht,
es wurde eine Bombe gefunden.
Wir fahren einige Ausweichrunden.
Robert gärt, doch geplatzt ist er nicht.

Ohne Gernot und Robert, wie wir wissen,
wären wir rettungslos aufgeschmissen.
Wer würde sonst die ganze Reise
mit allem drum und dran organisieren?
Wer würde für uns Preise aushandeln,
kleine Probleme in Humor verwandeln?
Wer hätte zahllose Male gezählt,
ob im Bus auch niemand fehlt?

Wer würde uns durch die Lande chauffieren,
als lägen wir in Abrahams Schoß?
Wer würde mit Würstchen, Brot und Gebäck
uns die Mittagspausen versüßen?
Wer sonst verstaut so sorgsam unser Gepäck?

Habt tausend Dank, ihr beiden Hirten,
für euer Kümmern und Bewirten,
wir möchten Euch auf keinen Fall missen.


© Ingrid Hecker