Andacht für die Schöpfung vom 12.06.2026
Im Zeichen des Kleeblatts
Trinitatiszeit. Die Sonntage werden in der zweiten Hälfte des Kirchenjahres nach dem Fest des dreieinigen Gottes gezählt. Langes theologisches Nachdenken über das Wesen Gottes hat zu diesem Begriff Dreieinigkeit geführt:
Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist – und doch der eine Gott, keine drei Götter.
Ein Versuch, etwas mit dem Verstand zu erfassen, das zu groß für ihn ist. Wie ist das zu begreifen?
Wie so oft auch in der Bibel helfen Beispiele aus der Natur, um sich den Geheimnissen des Glaubens anzunähern. Der Heilige Patrick hat bei seiner Missionsarbeit die Natur zu Hilfe genommen. Ein Symbol für die grüne Insel Irland ist seit langem das Kleeblatt. Es gibt dort viele davon, meistens dreiblättrig. Also drei Blätter, und doch sagt man Kleeblatt – nicht: Kleeblätter. Drei sind eins. Patrick hat zu den Menschen damals gesagt: Schaut, das Kleeblatt weist auf den Gott hin, der uns in drei Personen begegnet: Gott, der Vater, der die Welt erschaffen hat. Gott, der Sohn, der die Welt erlöst hat. Gott, der Heilige Geist, der die Welt belebt. Und doch der eine Gott.
Wenigstens eine Annäherung an die Dreieinigkeit. Sie macht anschaulich, was nicht zu sehen ist. Es füllt mit Erfahrung, was jenseits aller Erfahrungen liegt. Wir brauchen solche Bilder, solche Vergleiche. Wie gut, dass Gott sie uns in der Natur vor Augen stellt!
Dazu folgender irischer Segenswunsch:
Dreifaltigkeit
Drei Falten hat das Gewand des Priesters –
und doch ist es gewebt aus einem Stück.
Drei Glieder hat der Finger –
und doch bewegen sie sich gemeinsam.
Dreiblättrig ist der Klee –
und doch sagt man nur Kleeblatt.
Raureif, Schnee und Eis –
alles zergeht zu Wasser.
Drei Personen sind in Gott –
und doch ist er immer derselbe ein-heilige.