Andacht für die Schöpfung vom 13. Februar 2026
Biblische Schöpfungsgeschichte
„Glauben sie wirklich, dass Gott die Welt in sechs Tagen gemacht hat?
Das ist doch lächerlich! Die Naturwissenschaft weiß doch längst, dass am Anfang der Urknall war und seitdem Jahr-millionen vergangen sind.“ Das ist immer wieder mal die Äußerung rational denkender und kritischer Zeitgeister Menschen gegenüber, die in der Kirche aktiv sind.
Glaube und Wissenschaft – seit dem Zeitalter der Aufklärung scheint das ein unüberbrückbarer Widerspruch zu sein, obwohl doch kluge Köpfe nicht selten auch demütig Gläubige waren, die um die Grenzen aller menschlichen Erkenntnis wussten.
Nein, die Schöpfungsgeschichte ist natürlich kein historischer Bericht und auch keine natur-wissenschaftliche Abhandlung. Unsere heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse konnten die Menschen vor ein paar tausend Jahren ja gar nicht haben – obwohl doch bemerkenswerterweise die Reihenfolge, in der Leben laut der biblischen Schöpfungsgeschichte entstanden ist, zutrifft. Licht und Wasser waren zuerst da. Dann haben sich Pflanzen und Tiere entwickelt. Erst ganz spät ist der Mensch dazu gekommen. Ein Anlass, bescheiden zu sein.
Die Schöpfungsgeschichte ist ein Glaubensbekenntnis. Nach der Katastrophe der Verbannung nach Babylon stellte sich den Israeliten im Exil die Frage: Sind die babylonischen Götter mächtiger als unser Gott? Liegt er am Ende unter den Trümmern des zerstörten Tempels? Die mit all den anderen Israeliten verschleppten Priester bekennen sich zu Gott und schreiben das auf. Gott ist viel größer als alle vermeintlichen Götter. Er ist nicht nur für sein Volk Israel zuständig, sondern für die ganze Welt, die er erschaffen hat. Es gibt keinen Ort, an dem Gott nicht gegenwärtig ist. Die Erde ist nicht das Produkt eines dämonischen Kampfes, sondern wurde von Gott aus Liebe geschaffen.
Und wir Menschen sind nicht Sklaven finsterer Mächte, sondern von Gott als freie Wesen gemacht, die er mit in die Verantwortung für die Schöpfung nimmt. Gott gibt uns den Auftrag, sie zu beschützen und zu bewahren. Wenn wir das tun, bekennen wir uns glaubwürdig und tatkräftig zu Gott. Das ist heute so wichtig in einer Welt, in der alle Gewissheiten wegbrechen. Wie damals die Verschleppten soll uns die Schöpfungsgeschichte in unserem Glauben stärken. Trotz aller Untergangsszenarien können wir darauf vertrauen:
Gott hat noch etwas vor mit seiner guten Schöpfung.