Andacht für die Schöpfung vom 10. Oktober 2025
Isarflimmern
Jetzt in diesen Herbsttagen kommt sie wieder zur Ruhe, die Isar, unser Gebirgsfluss mitten in der Großstadt. Vor Jahren renaturiert erfreut sie das Herz vieler Menschen, leider auch mit unschönen Begleiterscheinungen. Dass sie im Sommer durch das Partyvolk meist vermüllt und verqualmt ist, hat sie wirklich nicht verdient.
Dass es in der kühleren Jahreszeit auch am Fluss wieder ruhiger wird, tut Fauna und Flora dort gut. Und herbstliche Sonnenstrahlen zeigen in besonders wunderbarer Weise das Isarflimmern mitten im Paradies, wie eines der bekanntesten Lieder von Willy Michl heißt. Möge es vielen Menschen in Gottes Namen ein Anliegen sein, unseren Fluss zu schützen, stellvertretend für alle Gewässer dieser Erde, die unsere Lebensadern sind.
Mich lehrt die Isar, wie wir Menschen leben sollen. Wir müssten wie das Flusswasser sein. Es entspringt einer Quelle im Gebirge und bringt Leben, wohin es auch fließt. Es ist freigebig und teilt sich an alle aus, die es benötigen. Es nimmt Nebenflüsse auf und wird dadurch noch reicher. Das Wasser umfließt Steine und Hindernisse anstatt gegen sie zu kämpfen. Es kehrt nicht an dieselbe Stelle zurück, sondern fließt weiter, lebt also nicht in der Vergangenheit. Es ist unendlich kostbar. Mit sanfter Kraft erneuert es sich ständig, auch bei Verunreinigung. Es nimmt Wendungen in Kauf, ohne sein Ziel, dass Meer, aus den Augen zu verlieren.
Was für ein Vorbild für uns Menschen und unser Zusammenleben mit Gottes guter Schöpfung! Ja, wir müssten wie das Wasser sein. Danke, Gott, für die Isar! Danke, Gott, für ihr paradiesisches Flimmern - auch jetzt im Herbst!